20.11.2020 – 10:32

Polizeipräsidium Mittelhessen – Pressestelle Wetterau

FriedbergFriedberg (ots)

Pressemeldungen vom 20.11.2020

Betrüger haben kein Gewissen

Wetteraukreis: Betrüger sind kreativ und lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. Der sogenannte „Enkeltrick“ war lange Zeit eine gängige Masche, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dabei gab sich der Ganove am Telefon als Enkel oder anderer Familienangehöriger aus. Eine Notlage täuschten die geschickten Anrufer vor und baten dringend darum, mit Bargeld aus der Patsche geholfen zu bekommen. Die Anzahl der bei der Polizei gemeldeten Enkeltrickbetrügereien ist rückläufig. Dafür hat sich ein neuer Trick etabliert: Falsche Polizeibeamte. Die Anrufe falscher Polizeibeamter sind zwischenzeitlich vielen Leuten bekannt. Angebliche Kriminalisten verängstigen den Bürger mit der Ankündigung von Einbrechern oder Räubern. Sie geben vor, Wertgegenstände und Bargeld in Sicherheit bringen zu wollen. Stattdessen machen sie sich die Taschen voll und verschwinden mit dem Ersparten über alle Berge. So kam es zwischen Sonntag (15.11.) und Mittwoch (18.11.) wieder zu einer Vielzahl von Anrufen solcher „Fake-Polizisten“ im gesamten Kreisgebiet. Die Wetterauer waren schlauer als die Gauner. In allen gemeldeten Fällen beendeten sie das Gespräch zügig, weil die Betrugsmasche erkannt wurde. Die Ganoven machen mittlerweile nicht mehr so häufig Beute, als in Zeiten, in denen ihr Trick noch unbekannter war. Deshalb kommen sie mit neuen Ideen daher, um den Bürger übers Ohr zu hauen. Was liegt in der aktuellen Situation näher, als Corona auch beim Betrug ins Spiel zu bringen. Corona verunsichert und Verunsicherung und Angst machen es den Betrügern leichter. Am Donnerstag (19.11.) meldete sich gegen 13.30 Uhr ein Mann bei einer Bad Vilbelerin. Er täuschte sie am Telefon über seine Identität und gab sich als Bekannter aus. Er befände sich in einer Notlage, liege im Krankenhaus und sei an Corona erkrankt. Es sei sehr schlimm. Dringend müssten besondere Medikamente eingesetzt und bezahlt werden. Er bat die Seniorin darum, ihm Geld zu geben und erweckte den Anschein, es gehe um Leib und Leben. Trotz des aufgebauten Drucks und des geschulten Vorgehens der Betrügers beschlichen die Frau Zweifel. Sie beendete das Telefonat und legte einfach auf. Ein Anruf beim echten Bekannten ergab, dass dieser sich bester Gesundheit erfreute und sie nicht um Geld gebeten hatte. Es ist skrupellos, aus dieser Krise Geld zu machen. Aber Betrüger haben kein Gewissen! Damit die Betrüger, egal mit welcher Masche, erfolglos bleiben hier nochmals Tipps und Hinweise der Polizei: Seien Sie wachsam, misstrauisch und besprechen sich mit einer Vertrauensperson, bevor Sie überhaupt an eine Abhebung von Bargeld oder Überweisung denken oder das daheim gelagerte Geld an Fremde aushändigen! Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen! – Geben Sie niemals vertrauliche Informationen preis. Versichern Sie sich mit einem Rückruf tatsächlich den richtigen Enkel, Bekannten oder die Polizei am Apparat zu haben. Verwenden Sie dabei aber niemals Rufnummern, die man Ihnen mitteilt oder die Sie auf dem Display sehen (die könnten gefälscht sein). Suchen Sie die Telefonnummern selbst heraus und legen sie die Telefonnummer Ihrer örtlichen Polizei griffbereit ab. Wählen Sie bewusst neu! Benutzen Sie nicht die Rückruftaste! – Die Polizei ruft niemanden an, um über Festnahmen zu berichten oder um persönliche Lebensumstände zu erfragen oder um sich nach Wertgegenständen und deren Sicherung zu erkundigen. Es geht niemanden etwas an, ob Sie alleine wohnen oder ob Sie Bargeld und Schmuck zuhause aufbewahren.

Im medizinischen Notfall wird immer ärztlich versorgt. Medikamente oder Behandlungen werden über die Krankenkassen abgerechnet oder per Rechnung im Nachhinein beglichen.

Hinweise und Tipps zu den Vorgehensweisen und zum Schutz vor Betrügern am Telefon wie z.B. zu den Betrugsphänomenen Anrufe falscher Polizeibeamter, Enkeltrick oder Schockanrufe finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de oder auf der Präventionsseite unter www.polizei.hessen.de/Prävention

„Geben Sie diese Hinweise mit der Bitte um Weiterverbreitung weiter. Informieren Sie Freunde, Bekannte, Verwandte. Informieren und instruieren Sie potentielle Opfer, meist ältere Menschen, wie sie sich bei einem solchen Anruf verhalten sollen!“

Corina Weisbrod

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