Im Wetteraukreis gibt es drei Kliniken in kommunalem Besitz, die in der gemeinnützigen Gesundheitszentrum Wetterau GmbH (GZW) zusammengeschlossen sind. Neben dem Bürgerhospital Friedberg (Bild), das Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim und das Kreiskrankenhaus Schotten.

Der Beteiligungsbericht, den Landrat Jan Weckler dem Kreisausschuss vorgelegt hat, macht deutlich, dass der Wetteraukreis längst über die Funktion einer Kreisverwaltung im klassischen Sinne hinausgewachsen ist. „Landkreise haben in den letzten Jahren konzernartige Strukturen entwickelt“, sagt der Landrat. Insgesamt 24 Kapitalgesellschaften führt der Beteiligungsbericht 2019 auf.

Soziales

Seit 2011 unterstützt das gemeinsam vom Wetteraukreis und der Agentur für Arbeit getragene „Jobcenter Wetterau“ erwerbsfähige hilfebedürftige Menschen dabei, ihren Arbeitsplatz zu halten oder Arbeit aufzunehmen, verbessert ihre Qualifikation, stärkt ihre Eigenverantwortung, sichert ihren Lebensunterhalt und den der Personen, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben.

Die Zusammenarbeit wird per Gesetz (SGB II) und durch einen Kooperationsvertrag geregelt. Hierbei geht es um viel Geld. Im Kreishaushalt 2019 betrugen die Ausgaben für die ‚Kosten der Unterkunft‘ die das Jobcenter übernimmt rund 38,3 Millionen Euro. Dabei wurden 7.737 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 15.739 Personen unterstützt.

Gesundheit

Im Wetteraukreis gibt es drei Kliniken in kommunalem Besitz, die in der gemeinnützigen Gesundheitszentrum Wetterau GmbH (GZW) zusammengeschlossen sind. Es handelt sich um das Bürgerhospital Friedberg, das Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim und das Kreiskrankenhaus Schotten, das zwar auf dem Gebiet des Vogelsbergkreises liegt, jedoch der Versorgung der Menschen im östlichen Wetteraukreis dient. Insgesamt stehen 847 Betten (einschließlich Tagesklinken des Psychiatrischen Krankenhauses in Friedberg) zur Verfügung.

Das GZW hat drei medizinische Versorgungszentren in Friedberg, Bad Nauheim und Schotten/Gedern gegründet, in denen Patienten ambulant behandeln werden können.

Außerdem ist das GZW an zwei Gesellschaften, die die Versorgung der Kliniken zur Aufgabe haben, beteiligt: die GZW Service GmbH und die Gourmetwerkstatt Rhein-Main-Wetterau GmbH. Zudem ist das GZW zu 100 Prozent Gesellschafter der Diabetes-Klinik Bad Nauheim.

Insgesamt haben 2.000 Menschen im GZW und ihren Tochtergesellschaften ihren Arbeitsplatz. Als Ausbildungsbetrieb sind die Kliniken des Wetteraukreises sehr beliebt. 74 Pflegefachkräfte werden derzeit ausgebildet.

Gesellschafter des GZW sind der Wetteraukreis über die gemeinnützigen Kliniken des Wetteraukreises Friedberg-Schotten-Gedern GmbH (KDW) und die Stadt Bad Nauheim mit jeweils 50 Prozent. Mit den Beschlüssen des Kreistages und der Stadtverordnetenversammlung Bad Nauheim ändern sich die Eigentumsverhältnisse. Künftig wird der Wetteraukreis rund 85 Prozent der Gesellschaftsanteile und die Stadt Bad Nauheim rund 15 Prozent der Anteile halten.

„Mit dieser Struktur sind wir optimal für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises aufgestellt. Das Gesundheitszentrum Wetterau stellt einen wichtigen Baustein in der Gesundheitsarchitektur Mittelhessens dar. Der Wetteraukreis wird aufgrund seiner höheren finanziellen Leistungsfähigkeit in Zukunft einen höheren Anteil an den notwendigen Zukunftsinvestitionen für das Gesundheitszentrum Wetterau und seine Kliniken übernehmen“, betont Landrat Jan Weckler.

Wirtschaft – Infrastruktur – Touristik – Natur

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der 1999 gegründeten Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH. Die zu gleichen Teilen von Wetteraukreis, Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, Volksbank Mittelhessen, Sparkasse Oberhessen, Oberhessische Versorgungsbetriebe AG und Wirtschaft.Regionalentwicklung.Wetterau e.V. getragene Gesellschaft soll nicht nur die Neuansiedlung von Unternehmen fördern und ansässige Unternehmen betreuen und beraten, sondern eine Brückenfunktion zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen ausüben. Zu den weiteren Aufgaben der Wirtschaftsförderung Wetterau gehört die Fortentwicklung des Wetteraukreises als Gewerbe-, Industrie und Dienstleistungsstandort. Dabei sollen die Neuansiedlung von Unternehmen gefördert und ansässige Betriebe betreut und beraten werden. Beim Thema Regionalentwicklung mit Hilfe des EU- LEADER Programms übernimmt die Wirtschaftsförderung Wetterau eine moderierende und koordinierende Rolle.

Zu den Aufgaben der gemeinnützigen Wetterauer Archäologischen Gesellschaft Glauberg zählen die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kultur und Denkmalpflege am archäologischen Park Glauberg. Gesellschafter sind der Wetteraukreis, die Gemeinde Glauburg und die Stadt Büdingen, sowie der Förderverein Keltenwelt am Glauberg e.V. und der Heimat- und Geschichtsverein Glauberg e.V. „Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr 2019, also noch vor der Pandemie, eine Vielzahl von Führungen organisiert“, so Landrat Jan Weckler.

Dem Tourismus wurde als Wirtschaftsfaktor im Wetteraukreis lange Zeit nur geringe Beachtung geschenkt. Ganz zu Unrecht, denn das Potenzial ist enorm.

Als Umsatzbringer und über Steuereinnahmen leistet der Tourismus einen Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte. Auf rund 350 Millionen Euro wird der Umsatz im Tourismus in der Wetterau geschätzt. Das hat das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München für den Wetteraukreis errechnet.

Die TourismusRegion Wetterau GmbH verfolgt mit einem einheitlichen und unverwechselbaren Marketing mit der Profilspitze „TourismusRegion Wetterau – Heimat des Keltenfürsten“ die Förderung des Tourismus. Hauptzielmarkt ist die Metropole Frankfurt RheinMain. Neben dem Wetteraukreis (54,55 Prozent) sind die Kommunen Nidda, Ortenberg, Glauburg, Büdingen und Friedberg mit jeweils 9,09 Prozent Gesellschafter.

Ein echter Magnet für die Region ist der Regionalpark Ballungsraum RheinMain, an dem der Wetteraukreis gemeinsam mit den Städten Frankfurt und Offenbach sowie einem weiteren Dutzend anderen Gesellschaftern beteiligt ist. Mit einer Vielzahl von Routen und Themenvorschlägen für Wanderungen und Radtouren im gesamten Rhein-Main Gebiet erschließt die Gesellschaft die Region für Freizeit und Tourismus.

Die Pflege und Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kultur ist Aufgabe der Kulturregion Frankfurt RheinMain. Besonders hervorzuheben sind die Projekte „Route der Industriekultur“ und „GartenRheinMain“ die weit über die Region hinaus Beachtung finden. 6,4 Prozent beträgt hier der Gesellschafteranteil des Wetteraukreises.

Jeweils 3,7 Prozent beträgt der Anteil der insgesamt 27 Gesellschafter des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), an dem der Wetteraukreis wie das Land Hessen und alle Städte und Kreise der Region beteiligt sind. Genau 1.000 Linien des lokalen und regionalen Verkehrs im RMV nennt der Beteiligungsbericht des Wetteraukreises für den RMV. Dabei wurden mehr als 800 Millionen Fahrgäste befördert. Insbesondere in Sachen Bahnlinien ist die Wetterau besonders gut erschlossen. Neben der Hauptstrecke der Main-Weser-Bahn von Frankfurt über Friedberg und Bad Nauheim nach Gießen gibt es die Strecken nach Hanau, nach Nidda und nach Wölfersheim/Berstadt sowie die Strecke des Stockheimer Lieschens von Frankfurt über Bad Vilbel nach Glauburg.

Schließlich besitzt der Wetteraukreis noch kleine Anteile an der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (0,016 Prozent).

veröffentlicht am: 21.05.2021

Quelle