Die erste Kreisliga der Worte in Deutschland

on 29.12.2017

Seit dem Jahr 2011 veranstalten sie Dichterwettstreite in der Wetterau, Dominik Rinkart und Andreas Arnold, die sich unter dem Namen Poetry Slam Wetterau zusammengeschlossen haben. Es begann in Reichelsheim, im Folgejahr kam Karben hinzu, und inzwischen gibt es in der Wetterau kaum mehr eine Stadt oder Gemeinde, in der nicht sporadisch oder regelmäßig junge Dichterinnen und Texteschöpfer unter der Organisation und Moderation der beiden auftreten, um ihre Kunst zu präsentieren. Großes haben sie vor mit ihrem Dichterkreis. Was im Jahr 2014 mit einer Stadtmeisterschaft in Friedberg begann, weiteten sie im Folgejahr schon zur Kreismeisterschaft aus - eine Seltenheit in der deutschen Szene. Für das nächste Jahr soll es ganz besonders werden. Dazu haben sie sich den Friedberger Slam Poeten und Verleger Thorsten Zeller mit ins Boot geholt. Eine eigene Liga soll entstehen – wohl einzigartig im ganzen deutschsprachigen Raum. "Wie bei Fußballvereinen. Nur dass wir keine Vereine haben, sondern Einzelspieler", sagt Arnold. Jeder der auftretenden Poeten kann ab der ersten Veranstaltung, die am 17. Januar im Lumos-Kino in Nidda stattfindet, Punkte sammeln, für jeden Finaleinzug einen und einen weiteren für den Sieg beim Slam. Die dadurch generierte Rangliste entscheidet, welche Poetinnen und Poeten bei der Kreismeisterschaft in Friedberg gegeneinander antreten werden. Die haben sie dafür von Mai auf Dezember verlegt. "Das Besondere", so Rinkart, "ist, dass, wer den Kreisentscheid gewinnt, automatisch für die Hessenmeisterschaft im Folgejahr gesetzt ist." Gerade in diesem Jahr ist das spannend, denn die drei, die selbst auch auf den Bühnen des Landes stehen, haben die hessische Meisterschaft, den Hessenslam, 2019 in die Wetterau holen können.

Natürlich bringt die beste Liga nichts, wenn das neue System nicht bekannt wird. Als Starthilfe haben sie ein Crowdfunding angelegt, das bis zum 15. Februar auf https://www.startnext.com/poetry-slam-wetterau-die-liga läuft. "Wir freuen uns über jeden, der mit seinem Förderbetrag, dazu beiträgt, die Kunst in der Region zu bereichern", betont Zeller. Über die Schwarmfinanzierung wollen die drei die nötige technische Plattform schaffen, um Künstlern und Interessierten den Stand der Liga zu präsentieren. Im Internet soll nicht nur die stets aktuelle Rangliste zu finden sein, sondern auch die nächsten Austragungen ersichtlich sein sowie Profile zu den Poetinnen und Poeten der Liga. "Unser Finanzierungsbedarf ist nicht groß, lediglich 1.600 Euro, aber die wollen wir nicht von den Eintrittsgeldern nehmen", erklärt Arnold, der Kassenwart des gemeinnützigen HELDEN Theaters ist, das hinter den Dichterwettstreiten steht. Die Eintrittsgelder nutzen sie lieber, um den Künstlerinnen und Künstlern, die schon von Wien und Berlin in die Wetterau gekommen waren, Fahrtkosten und wenn möglich kleine Gagen zu zahlen. Kunst soll sich lohnen und Dichterwettstreite nicht allein Privileg der Großstädte sein. Das sind die Leitlinien der drei. Auch die Crowdfunder gehen nicht leer aus, denn für ihre Unterstützung gibt es Freikarten von Saisonveranstaltungen über den Kreisentscheid bis zum Hessenslam. Als Highlight kann man die drei für einen Wohnzimmer-Slam buchen.  "Win-Win-Win-Situation", findet Zeller. Der gelernte Betriebswirtschaftler wird es wissen. Wer mehr zu Poetry Slam Wetterau, der Liga oder dem Crowdfunding wissen möchte, besucht http://www.poetry-slam-wetterau.de




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