Wetterauer Nachrichten - Dreimonatiges Lernprojekt „Pferd, Hund, Katze“ - Auszeichnung für den Karbener Reitverein


Dreimonatiges Lernprojekt „Pferd, Hund, Katze“ - Auszeichnung für den Karbener Reitverein

on 3.6.2017

Von März bis Mai führte der Reit- und Fahrverein Karben e.V. zusammen mit der Kita Märchenexpress aus Karben ein dreimonatiges Folgeprojekt zum „Pferdetag für Kindergärten“ durch. Es soll den Kindern, die heute mehr von der Natur und Umwelt entkoppelt aufwachsen, das notwendige Grundwissen im Haus- und Nutztierbereich vermitteln.

Zehn Vorschulkinder lernten an insgesamt sechs Terminen auf der Reitanlage und im Kindergarten Wissenswertes über Ernährung, Verhalten und Gesundheit von Pferden, Hunden und Katzen und den Vergleich zum eigenen Körper.

Gestartet wurde mit vier Bewegungseinheiten auf der Reitanlage. Die beiden Vereins-Ponys „Maja“ und „Kleiner Donner“ trugen die Kinder sanft auf ihrem Rücken, während unter der Leitung der beiden Trainer Thomas Wamser und Stella Verbis Koordination, Balance und Rhythmik geschult wurden.
Im anschließenden Theorieteil lauschten die Kinder gespannt den Ausführungen von Tierärztin Stefanie Buske, die zum aktiven Mitmachen anregte.
Warum läuft der Mensch nur auf zwei Beinen und wo liegen die wichtigsten Organe beim Pferd? Mit Stethoskopen wurde der Herzschlag der Pferde abgehört und mit dem der Katze und dem eigenen verglichen. Ein Blick ins Maul und in den eigenen Mund verrieten außerdem, wer Pflanzenfresser, wer Fleischfresser und wer Allesfresser ist. „Die Pferdezähne sind ja riesig!“, staunte Emma. „Und die Katzenzähne sehen aus wie die eines Tigers“, fügte Jan hinzu.
Als nächstes Thema stand die Hufpflege auf dem Programm. „Warum tragen die Pferde überhaupt Hufeisen?“, wollte Leticia wissen. „Das sind die Schuhe der Pferde“, erklärte Stefanie Buske.
Auch die anschließend begutachteten Futtermittel warfen viele Fragen auf und regten zum Nachdenken an – was passiert eigentlich mit den Getreidekörnern aus dem Stroh und woher kommt das Heu? Die Kinder lernten anhand von viel Anschauungsmaterial so Einiges über die Herkunft der landwirtschaftlichen Lebensmittel.
Auf den Hund gekommen sind dann alle im zweiten Teil des Projekts, der in der Kita stattfand. In diesem Fall auf Einrichtungshündin „Nala“, die geduldig und schwanzwedelnd als Anschauungsobjekt diente.
An ihr wurde einmal ein kompletter tierärztlicher Untersuchungsgang demonstriert.
In diesen Zusammenhang stand auch der eigene Besuch beim Kinderarzt im Fokus. Die mitgebrachten Materialien wie Spritzen (ohne Nadeln), Verbandsmaterialien, Pflaster und Fieberthermometer wurden von den Kindern inspiziert und sie stellten fest, dass das ja alles gar nicht so schlimm aussehe und sie eigentlich keine Angst vor dem nächsten Arztbesuch mehr haben müssen. Auch Nala zeigte sich angstfrei als vorbildliche Patientin.
Das Anlegen eigener Verbände wurde an den extra zum Projekttag mitgebrachten Stofftieren geübt.  Nala bekam einige Verbände an verschiedenen Körperstellen verpasst und ließ alles brav über sich ergehen.
Tierarzthelferin Zsuzsanna Kordts, ebenfalls vom Reitverein, zeigte den Kindern, wie und wo man bei Nala Fieber misst und alle Kinder durften ihr mit einer Hundezahnbürste auch einmal selber gründlich die Zähne putzen.
Besonderes Highlight war das Betrachten des Röntgenbildes einer trächtigen Hündin mit acht Welpen im Bauch. „Was, so viele?“, fragte Till und konnte es kaum glauben. Auch die anwesenden Erzieher und Erzieherinnen hatten so etwas noch nicht gesehen.
Bevor die Kinder abschließend von ihren eigenen Haustieren erzählten, erklärte Zsuzsanna Kordts noch anhand eines Präparates von einem ausgewachsenen Spulwurm, der von einigen Haustieren auf Kinder übertragbar ist, wie wichtig das Händewaschen nach dem Tierkontakt und vor dem Essen ist.

Hintergrund dieses Projekts ist die Tatsache, dass laut Statistik 61 % aller Familien mit Kindern in Deutschland ein Haustier haben - Tendenz steigend (Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf, www.ivh-online.de).
Die Übertragung von Krankheiten und Parasiten auf den Menschen gewinnt hierbei ebenso an zunehmender Bedeutung wie die Prävention von Biss- und Kratzverletzungen, über die vor allem die Kinderärzte zunehmend klagen. Nicht selten sind hierbei der eigene Familienhund oder die eigene Familienkatze die Übeltäter.
Deswegen wurde in einer mehrjährigen Zusammenarbeit von Kinderärzten, Psychologen, Pädagogen und Tierärzten das länderübergreifende interaktive Lernprogramm „Der blaue Hund“ entwickelt, welches Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren im Umgang mit dem Tier trainiert und so das Risiko von Bissverletzungen minimieren soll (Quelle: Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft, www.dvg.net).
Der positive Effekt von Tieren auf die psychische Entwicklung von Kindern im Elementarbereich wurde bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen. (Quelle: Tiergestützte Pädagogik im Elementarbereich, 2016)

Kitaleiterin Claudia Wagner bedankte sich für die tolle Umsetzung des Projekts beim Reitverein. „Die Kinder und auch wir hatten Riesenspaß!“
Direkt im Anschluss an das Projekt kam Andrea Fenchel von der Rapp’s Kelterei GmbH noch mit einer großen Überraschung vorbei, nämlich Holzpferd „Foxy“!
Die Kinder waren nicht mehr zu halten und strömten mit leuchtenden Augen in den Hof der Kita, um „Foxy“ willkommen zu heißen. Sie kamen aus dem Staunen nicht heraus, denn da stand ja auch noch das echte Pony „Kleiner Donner“, das extra zum Fototermin mit in dem großen Pferde-LKW angereist war und nun seinen Holzkollegen kritisch beäugte.
„Foxy“ soll die nächsten am Projekt teilnehmenden Vorschulkinder innerhalb der Kita auf den Kontakt mit dem echten Pferd beim Reitverein vorbereiten. Zu ihm gehört ein Lernkoffer mit altersgerechten Lernutensilien wie Postern, Spielzeugen, Bastelvorlagen und vielem mehr.
„Wir freuen uns, dieses Projekt unterstützen zu können und den Kindern den Kontakt zum Pferd und zur Natur zu ermöglichen“, so Andrea Fenchel. Die Rapp’s Kelterei ist eines von mehreren Karbener Unternehmen, die das Lernprojekt „Pferdetag für Kindergärten“ mit der Spende eines Holzpferdes im Wert von 450,- Euro an einen Kindergarten unterstützen.
Die Fraport AG sichert zusätzlich einen Großteil der Finanzierung der Projekttage für die Kinder der Kita Märchenexpress.

Der Reit- und Fahrverein Karben e.V. wurde noch am selben Abend ein weiteres Mal für seine Kindergartenprojekte  und Jugendarbeit ausgezeichnet.
Im Rahmen des Förderwettbewerbes „Heimlichen Helden“ der Volksbank Mittelhessen wurde in einer feierlichen Veranstaltung die zweite Vorsitzende Stefanie Buske im Volksbank-Forum Gießen als eine von 16 aus über 150 Bewerbern des Geschäftsgebietes Mittelhessen für ihr starkes Engagement in der Kinder- und Jugendförderung geehrt und der Reitverein in seinem Vorhaben mit weiteren 1.500,- Euro unterstützt. „Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Projekt so ins Schwarze getroffen haben. Die breite Unterstützung von allen Seiten und die große Freude der Kinder ermutigen uns, hier weiterzumachen. Wir werden die Fördergelder einsetzen, um die Kooperationen mit Kindergärten und Schulen weiter auszubauen und Bildung mit sportlicher Betätigung und Bewegung in der Natur sinnvoll zu verknüpfen.“

Kindergartenkinder können sich für den „Pferdetag für Kindergartenkinder 2017“ unter ww.reiten-in-karben.de anmelden, der ab dem 25.6. an sechs verschiedenen Terminen beim Reitverein Karben stattfindet.

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