Fachkräfte aus aller Welt sind willkommen

on 31.1.2018

Regionalverband FrankfurtRheinMain und IHK Frankfurt eröffnen International Office 

Um qualifizierte Fachkräfte aus der ganzen Welt anzuwerben und ihr Ankommen hier in der Metropolregion deutlich zu erleichtern, eröffnet der Regionalverband FrankfurtRheinMain jetzt ein Büro, das „International Office FrankfurtRheinMain“. Zugleich wird ein umfassendes Willkommensportal im Internet freigeschaltet. Die IHK Frankfurt am Main unterstützt das Vorhaben finanziell. „Wir haben schon öfter betont, der Fachkräftemangel ist bei uns längst Realität. Zahlreiche Stellen, insbesondere im gewerblichen Bereich, können schon heute nicht mehr besetzt werden“, erklären der Direktor des Regionalverbandes, Ludger Stüve, und Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. „Deshalb müssen wir Fachkräfte im In- und Ausland intensiv anwerben und langfristig an die Region binden. Mit unserem neuen Willkommenskonzept leisten wir einen wichtigen Schritt zur Stärkung unserer Region.“

Fachkräfte mit beruflicher Qualifikation sind bei der Einreise und Orientierung oftmals auf sich allein gestellt. Ein erster Anlaufpunkt soll das Willkommensportal www.find-it-in-frm.de sein, es kann  wahlweise in englischer oder deutscher Sprache aufgerufen werden. Egal, ob die Interessenten alleine oder mit ihrer Familie hier leben möchten, in dem Internet-Auftritt erhalten sie in den fünf Themenbereichen Ankommen, Arbeiten, Studieren, Leben und Entdecken alle erforderlichen Informationen:

- Sie können sich zu den für sie wichtigen Themen wie Einreise und Arbeitserlaubnis in Deutschland informieren.
- Sie erhalten beispielsweise Tipps zum Thema Jobsuche und Bewerbungsverfahren und werden mit den Erwartungen von Arbeitgebern vertraut gemacht.
- Sie können die jeweils passenden Ansprechpartner und Angebote finden, die sie beim Ankommen in FrankfurtRheinMain unterstützen werden.
- Unter dem Stichwort Leben erhalten sie Tipps zur Wohnungssuche und finden beispielsweise eine Karte der Region, die einen groben Überblick zu den jeweiligen Mietspiegeln in der Region gibt.
- Und sie können die Region mit ihren vielfältigen internationalen Angeboten kennenlernen. Beispielsweise finden sie unter den Stichworten Internationale Schulen und Kinderbetreuung eine Liste aller Schulen. Auch Kultur- und Freizeitangebote lassen sich aufrufen.
- Auf einer interaktiven Karte können mittels verschiedener Filtermöglichkeiten gezielt Beratungsangebote in der Nähe des Wohnorts in einer bestimmten Sprache gesucht werden.

Darüber hinaus gibt es in dem Portal einen eigenen Bereich für regional ansässige Unternehmen. Arbeitgeber erhalten dort Informationen und konkrete Tipps rund um die Gewinnung von internationalen Fachkräften und die Integration neuer Mitarbeiter.

Für die individuelle und persönliche Beratung stehen eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter, jeweils Vollzeit, im „FrankfurtRheinMain International Office“ bereit. Sie sind bereits tätig und bringen umfangreiche Erfahrung in der Beratung internationaler Fachkräfte und zum Thema Willkommenskultur mit. Sie sprechen Deutsch, Englisch, Arabisch, Französisch und Rumänisch. Der Regionalverband plant bereits, eine weitere Stelle zu finanzieren. Das Büro ist in der Frankfurter Geschäftsstelle des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, Poststraße 16, zu finden. Die Sprechzeiten sind von montags bis freitags jeweils von 8 bis 18 Uhr, eine persönliche Beratung ist nach Terminvereinbarung möglich.

„Wir müssen Fachkräfte in der sensiblen Phase beim Ankommen in unserer Region bestmöglich unterstützen. Wie heißt es so schön, der erste Eindruck zählt“, sagt Stüve. Insbesondere Fachkräfte mit beruflicher Qualifikation seien im Gegensatz zu Hochqualifizierten und Menschen in Managementpositionen - sogenannte Expats - bei der Einreise und Orientierung auf sich allein gestellt. „Das ist unsere primäre Zielgruppe.“

„Für inzwischen 54 Prozent der Unternehmen in FrankfurtRheinMain stellt der Fachkräftemangel ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung dar. Damit ist der Fachkräftemangel Geschäftsrisiko Nummer 1“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gräßle. Die Dimension dieser Herausforderung verdeutlichten auch die Zahlen des IHK-Fachkräftemonitors, den es seit kurzem auch separat für die Metropolregion FrankfurtRheinMain gibt. Demzufolge fehlten hiesigen Unternehmen aktuell 89.000 Fachkräfte. Besonders kleinere und mittlere Betriebe seien vom Fachkräftemangel betroffen. Im Gegensatz zu großen Unternehmen hätten sie oftmals nur geringe Ressourcen für die Personalakquisition. Zudem bedeute es für sie oftmals mehr Aufwand, als Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Gräßle weist aber auch auf den umgekehrten Effekt hin, dass kleinere und mittlere Betriebe insbesondere ausländischen Fachkräften (und die, die es werden wollen) einiges bieten können. Diese Unternehmen hätten durch flache Hierarchien, kurze Wege und spannende Arbeitsbereiche ideale Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Berufseinstieg. „Betriebe stellen somit Orte einer gelungenen Integration dar.“ Klar sei aber auch, dass Anwerbung und Integration von den Unternehmen aktiv gestaltet werden müssten. Dies beginne bei der Frage, welches Anforderungsprofil eine Stelle habe, und endet bei der gezielten Unterstützung der ausländischen Fachkraft. „Mit einer klaren Strategie und passenden Konzepten müssen sich die kleineren und mittleren Betriebe auf die Anforderungen einstellen“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Deshalb ist aus unserer Sicht eine zentrale Anlaufstelle unbedingt erforderlich. Das International Office bietet hier regionalen Arbeitgebern gezielte Beratung an, um diese bei der Beschäftigung von internationalen Fachkräften und der Etablierung einer vielfältigen Betriebskultur zu unterstützen.“

Die jährlichen Kosten für das Büro, die Mitarbeiter sowie das Portal belaufen sich auf rund 210.000 Euro; die IHK Frankfurt finanziert eine Vollzeitstelle. 




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