Finanzkompetenzen von Auszubildenden stärken - Workshop Ohne Moos nix los im Seminargebäude der IHK Gießen-Friedberg

on 21.12.2017

Wohin kann man ich mich wenden, wenn ich nicht weiter weiß oder ein finanzielles Problem nicht in den Griff bekomme? Welche Versicherungen brauche ich wirklich? Diese und ähnliche Fragen stellen sich Jugendliche in der Ausbildung immer häufiger. Denn der Umgang mit dem ersten selbst verdienten Geld will gelernt sein. Wenn bei Berufseinsteigern wirtschaftliche Alltagsprobleme überhand nehmen, kann der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung gefährdet sein. Ohne Moos nix los so der Titel des interessanten Workshops, zu dem die IHK Gießen-Friedberg im Dezember eingeladen hatte. 26 Teilnehmer ließen sich von Katharina Lawrence und Armin Hager von der Verbraucherzentrale Hessen ausführlich darüber informieren, wie sie Jugendlichen in der Schuldenfalle effektiv helfen können. Und vor allem, wie man erkennt, dass ein Auszubildender in finanzielle Nöte geraten ist.

Rund 15 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland sind überschuldet, führte Armin Hager aus. Gründe hierfür seien unter anderem schlechte Konsumgewohnheiten wie die Ernährung mit Fast Food, eine hohe Beeinflussbarkeit durch Dritte, unnötige Versicherungen und Abos oder auch Auslöser von außen, wie eine frühe Ablösung vom Elternhaus oder der Verlust eines Elternteils. Die Experten informierten ausführlich über alterstypische finanzielle Risiken, stellten beliebte Schuldeneinstiegsfälle vor und gaben Tipps, wie Ausbilder sich verhalten sollten, wenn sie den Verdacht haben, dass ein Jugendlicher Probleme hat. Betriebe haben eine Fürsorgepflicht, unterstrich Hager. Wichtige Voraussetzung, um einen Auszubildenden direkt anzusprechen sei allerdings eine gute Beziehung zwischen dem Betroffenen und dem Ausbilder.

Die Referenten hatten natürlich auch Beispiele aus der Praxis im Gepäck. So berichteten sie von einem Auszubildenden, der tagelang in der Firma übernachtet habe, weil er seine Wohnung verloren hatte. Auch unpünktliches Erscheinen am Arbeitsplatz oder permanente Müdigkeit seien ein Hinweis darauf, dass etwas nicht in Ordnung sei. Nicht selten würden sich überschuldete Jugendliche einen Nebenjob suchen und kämen dann am nächsten Morgen übernächtigt zur Arbeit. Dies alles führe schließlich dazu, dass kein oder nur ein schlechter Ausbildungsabschluss erreicht würde. Prävention, Beratung, Intervention diese drei Schritte gelte es für Ausbilder zu beachten. Dabei sei das genaue Vorgehen Sache des jeweiligen Unternehmens.

Weitere Infos unter  www.giessen-friedberg.ihk.de




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