Frauennotruf Wetterau – unverzichtbar für die Region

on 24.1.2018

Informieren, Unterstützen und Begleiten: Das ist der Frauennotruf Wetterau in Nidda. Der Erste Kreisbeigeordnete Jan Weckler hat diesen kürzlich besucht und sich ein Bild von den Aufgaben gemacht.

Die Vorsitzende des Vereins Frauen-Notruf Wetterau, Renate Fleischer-Neumann, empfing den Ersten Kreisbeigeordneten in den Räumen des Frauen-Notrufs, welche der Verein vergünstigt von der Stadt Nidda mietet. „Das Motto des Vereins ‚Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder‘ ist auch im Wetteraukreis ein wichtiges Anliegen, auf das die Aufmerksamkeit gerichtet werden muss“, so Weckler, der selbst Vater von zwei Töchtern ist.

Dass das Thema Gewalt gegen Frauen leider noch immer eine große Rolle spielt, zeigen verschiedene Studien, die auch für die drei hauptamtlichen sowie vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Frauen-Notrufs Grundlage der Arbeit bilden. Dabei wird zumeist zwischen körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt unterschieden. Nach einer ersten repräsentativen Umfrage der Bundesregierung aus dem Jahr 2004 haben 37 Prozent der befragten Frauen körperliche Gewalt, 58 Prozent der Frauen sexuelle Belästigung und 42 Prozent der Frauen psychische Gewalt erlebt. Diese Zahlen sind bei Gewalt gegen behinderte Frauen, so zeigt es eine Studie aus dem Jahr 2013, noch erheblich höher.

Daher informierte sich der Erste Kreisbeigeordnete vor allem auch über das Projekt „Suse“ des Frauen-Notrufs, das sich speziell mit Gewalt gegen behinderte Frauen beschäftigt. Seit drei Jahren ist der Verein Träger für eine von deutschlandweit fünf Modellregionen „Suse – sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken“. Grundlage der Modellregion ist, dass Frauen mit Behinderung zwar häufiger Gewalt erleben, aber deutlich seltener Unterstützungsangebote aus dem Gewaltschutzbereich in Anspruch nehmen. In einem Netzwerk, das aus 13 Einrichtungen besteht, werden Beratungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit koordiniert sowie konkrete Projekte zur Verbesserung der Barrierefreiheit angestoßen.  Seit dem Jahr 2017 werden über die Modellregion auch kostenfreie Workshops für behinderte Frauen und Mädchen angeboten, um für das Thema Gewalt zu sensibilisieren und Selbstvertrauen zu stärken.

Finanzielle Unterstützung durch den Wetteraukreis

Insgesamt möchte der Verein Partei für Frauen ergreifen und in den verschiedenen Lebenssituationen Unterstützung anbieten. „Der Verein bietet seine Beratung vertraulich und vor allem auch kostenfrei an. Daher unterstützt der Wetteraukreis den Verein auch finanziell“, so Weckler.

Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. finanziert sich vor allem aus Kreis- und Landesmitteln.  Geld kommt außerdem von den Städten und Gemeinden des Wetteraukreises. Daneben sei der Verein aber auch noch auf Spenden angewiesen, so die Vorsitzende Renate Fleischer-Neumann.

Zum Abschluss des Besuchs war es dem Ersten Kreisbeigeordneten Jan Weckler noch ein Anliegen, sich bei den hauptamtlich und vor allem auch ehrenamtlich Tätigen für den Verein herzlich zu bedanken. „Der Frauen-Notruf Wetterau leistet eine wichtige Arbeit, auch im Bereich der Aufklärung zur Gewalt gegen Frauen und Kinder. Ich kann diejenigen, die Gewalt ausgesetzt sind, nur empfehlen, hier Unterstützung anzunehmen“, so Weckler.

 

Bildunterschrift: Im Gespräch: Der Erste Kreisbeigeordnete Jan Weckler mit den Mitarbeiterinnen und des Frauen-Notrufs Wetterau. 




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