Fritz Usinger im Alten Hallenbad - Erinnerungen an den Büchner-Preisträger aus Friedberg

on 19.2.2018

Friedberg. Er ist 1895 in Friedberg geboren und 87 Jahre später dort auch gestorben. An den Dichter und Büchner-Preisträger Fritz Usinger erinnert eine Matinee am Sonntag, 4. März, ab 16 Uhr im Kesselhaus des Alten Hallenbades an der Haagstraße 29. Claus Netuschil aus Darmstadt wird dem Publikum erklären, wie Usinger arbeitete und warum er noch heute von literarischer Bedeutung ist. Auch der Gießener Kunsthistoriker Friedhelm Häring und Usingers letzte Sekretärin Georgine Groth machen den Dichter an diesem Nachmittag für knapp zwei Stunden wieder lebendig. Zuhörer zahlen acht Euro Eintritt.

Usinger war zeitweise Journalist und Lehrer – sein ganzes Leben hindurch aber Dichter. Der Freund von Erich Kästner, Carl Zuckmayer und Hans Arp und gehörte 1949 zu den Mitgründern der Akademie für Deutsche Sprache und Dichtung. Der Vortrag und das anschließende Gespräch in Friedberg drehen sich vor allem um die frühen Darmstädter Jahre Usingers um 1920. Dort gehörte er nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg zum literarischen Zirkel der „Dachstube“ um Joseph Wirth, Carlo Mierendorff, Hans Schiebelhuth und später Kasimir Edschmid.

Der weite Atem und der Versuch zum großen Wurf zeichnen die Dichtung Fritz Usingers aus, schreibt Claus Netuschil. Seine bleibende Leistung besteht in der Schöpfung einer Symbolik, die das Paradoxe als Wesensgrund des Daseins offenbart, das Widerspiel von Sein und Nichts, von Bestand und Vergänglichkeit in einer göttlichen und zugleich heillosen Welt. In Figuren wie dem „Bienenkönig“, dem „Niemand“ oder dem „Stern Vergeblichkeit“ hat diese Konzeption ihren Ausdruck gefunden. Seine Ausdrucksformen reichten von zwei- und dreistrophigen Sprüchen in schlichten Reimen über streng komponierte Sonettfolgen, alkäische Strophen und Hexameter bis zum weit schwingenden symphonischen Gedicht.

 

Bildtext: Fritz Usinger sitzt auf diesem gut hundert Jahre alten Foto als junger Soldat zwischen zwei Freunden. Der Friedberger hatte das Glück, beide Weltkriege zu überleben und ab 1949 als Freier Schriftsteller noch 87 Jahre alt zu werden.

 




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