Gesundheitsdezernentin Becker-Bösch macht sich für Frauen mit Lipödem stark

on 25.5.2019

Frauen, die an einem Lipödem, einer Störung der Fettverteilung im Körper, leiden, werden oft stigmatisiert. Falsche Diagnosen und schmerzhafte Behandlungen können bis zur Berufsunfähigkeit führen. Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch hat dieser Tage mit einer Betroffenen gesprochen, die einen jahrelangen Leidensweg hinter sich hat und sich auf eigene Kosten einer Operation unterzogen hat.

Meike B. war bis zur Geburt ihrer Kinder eine wirklich schmale Person mit Konfektionsgröße 34. Nach der Geburt ihrer Kinder nahm sie kräftig zu, allerdings nur an Beinen und Po. „An der Taille trug ich Größe 36, an Beinen und Po Größe 42 mit steigender Tendenz.“ Jahrelang wurde Meike B. von Arzt zu Arzt geschickt, geholfen hat aber nichts. Das Lipödem nahm immer mehr zu.

 

Die Krankenkasse hat sich geweigert, die Kosten für eine Operation zu übernehmen und paradoxerweise die Kosten für andere Hilfsmittel übernommen, wie etwa besondere Kompressionsstrümpfe, deren Kosten jährlich auch bei über 1.000 Euro liegen. Dabei ist längst gesichert, dass Entstauungstherapien und Physiotherapie bestenfalls das weitere Voranschreiten der Erkrankung verzögern, diese aber nicht heilen. Die einzige Möglichkeit, die schmerzhaften Fettansammlungen an Beinen oder Armen zu beseitigen, ist eine Absaugung.

 

Man fühlt sich ziemlich allein gelassen

 

Jahrelange Schmerzen und regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln haben dann Folgeerkrankungen bewirkt. „Die Beine wurden dicker und dann auch die Arme. Dabei habe ich mich immer gesund ernährt, habe aufs Naschen verzichtet und auch viel Sport getrieben, und dennoch wird einem dann gesagt, dass man einfach nur weniger essen soll. Das Wissen um diese Krankheit ist einfach nicht verbreitet. Man begegnet vielen Vorurteilen und fühlt sich ziemlich alleine gelassen.“

 

Meike B. hat sich schließlich zu einer Operation entschieden, die sie auf eigene Kosten getragen hat. „Das Fettabsaugen ist wahrhaftig kein Spaß und keine Schönheits-OP, sondern ein schwerer Eingriff, um eine schwere Krankheit zu heilen“, weiß sie zu berichten.

 

Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch hat Meike B. Unterstützung zugesagt bei ihrem Bemühen, die Krankenkasse zur Kostenübernahme zu bewegen. „Außerdem kann ich nur dafür werben, dass Sie mit Ihrer Geschichte und Ihren Erfahrungen auch andere Menschen an Ihrem Wissen teilhaben lassen. Eine erste Selbsthilfegruppe zum Thema Lipödem gibt es bereits an der Kaiserbergklinik in Bad Nauheim. „Die Unterstützung der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Wetteraukreises zur Gründung einer weiteren Selbsthilfegruppe kann ich Ihnen dabei schon zusichern“, so Gesundheitsdezernentin Becker-Bösch.

 

 

Bildunterschrift:

Meike B. hat eine lange Krankengeschichte hinter sich und auf eigene Kosten die Fettansammlungen an Beinen und Armen absaugen lassen. Unser Bild zeigt sie im Gespräch mit Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch.




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