Hilfe für Fritz und Franzi

on 29.1.2018

Seit 1997 können sich anhand des fiktiven Falles „Fritz“ angehende Erzieherinnen und Erziehern ganz praktisch auf ihre zukünftige Arbeit vorbereiten.

Die jungen Studierenden absolvieren ihre Erzieherausbildung und arbeiten ein halbes Jahr im Unterricht und in Praktika bei Institutionen der Jugendhilfe am Fritz-Projekt. Sie lernen, Belastungsfaktoren und Anzeichen von Fehlentwicklungen zu erkennen, informieren sich über die pädagogischen und therapeutischen Angebote im Kreis und entwickeln einen interdisziplinären Hilfeplan auf den verschiedenen Entwicklungsstufen von „Fritz“ und „Franzi“, der den Dialog mit den Eltern einschließt.

Im 16. Jahr der Durchführung des Projekts wurde zusätzlich zur bereits etablierten fiktiven Person des "Fritz" die Vita von "Franzi" entwickelt. Am Beispiel der Entwicklungsphasen der beiden fiktiven Personen sollten sie zukünftig im jährlichen Wechsel zwischen "Fritz" und "Franzi" als Grundlage zur Vorstellung der verschiedenen Institutionen dienen.

Das Projekt besteht aus drei Phasen: In der Theoriephase wird die Biographie von "Fritz und Franzi" erarbeitet. Der Lebenslauf umfasst die Zeitspanne von der Geburt bis zum 19. Lebensjahr und kennzeichnet eine problematische Sozialisation mit ungünstigem Verlauf. Die Vernetzung der unterschiedlichen Einrichtungen zur Hilfe für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche ist hierbei ein bedeutender Faktor, damit Auffälligkeiten und Störungen in der Entwicklung frühzeitig erkannt werden können und effektive Hilfe geleistet werden kann.

In der Praxisphase werden in Kleingruppen Kooperations- und Vernetzungspartner aus dem Wetteraukreis kontaktiert. Diese Institutionen werden vor Ort aufgesucht, um die Arbeitsweisen der Institutionen kennen zu lernen. Dabei werden mögliche Schwellenängste abgebaut und die präventive Arbeit der beteiligten Institutionen gefördert und vernetzt.

In der Präsentationsphase findet eine öffentliche Veranstaltung statt, in der die Arbeitsergebnisse präsentiert werden und gruppenübergreifende Fallkonferenzen stattfinden.

„Das Projekt ist seit mittlerweile 20 Jahren zu einer festen Größe im Wetteraukreis und bei der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern geworden. Auch in diesem Jahr war die Plenumsveranstaltung wieder ein großer Erfolg. Neue Aspekte der beiden Fälle wurden diskutiert, kreative Lösungsansätze vorgetragen und neue Vernetzungsstrukturen aufgezeigt“, so Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch. „Fritz und Franzi sind als Lernprojekt ein wichtiger Baustein für das Studium. In ihrem späteren Berufsleben sind gerade die Erzieherinnen und Erzieher diejenigen, welche sich zum Wohle ihrer Klienten der regionalen Vernetzungsstrukturen bewusst sein müssen.“

Ziele des Projektes sind unter anderem, die präventive Arbeit der unterschiedlichsten Institutionen zu fördern und zu vernetzen und bei den angehenden Erzieherinnen und Erziehern das Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Zusammenarbeit zu entwickeln.

 

Bild: Stephanie Becker-Bösch mit dem Bürgermeister von Florstadt, Herbert Unger, und Andreas Stolz, der Leiter der Berufsschule am Gradierwerk in Bad Nauheim.




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