Kötter: „LKW-Maut für Wölfersheimer Durchfahrt kommt noch dieses Jahr!“ - Bürgermeister appelliert auch an Echzeller Bürger

on 16.2.2018

Der Wölfersheimer Bürgermeister Rouven Kötter hatte jüngst im Gemeindevorstand eine positive Botschaft zu vermelden: Ab 1.Juli 2018 gilt die LKW-Maut auch auf Bundesstraßen und in Wölfersheim werden zur Kontrolle an der B455 entsprechende Säulen errichtet. Gerne hätte Kötter diese Säulen auch direkt mit einer Geschwindigkeitskontrolle und einem Blitzer ausgestattet – dies wurde aber leider von den übergeordneten Behörden abgelehnt. Dennoch sieht Kötter die Einführung der LKW-Maut für Wölfersheim als gutes Signal: „Ich freue mich über die Ausweitung der LKW-Maut auf die B455. Damit ist auch klar, dass sich niemand sorgen muss, dass die LKW des REWE-Logistikzentrums zum Mautsparen lieber durch Wölfersheim fahren anstatt die Autobahn zu nutzen.“ Dies sei zwar durch die vorliegenden Gutachten ohnehin deutlich geworden, aber durch die Einführung der Maut sei dieses Argument der Kritiker endgültig hinfällig. „Niemand wird mehr über die B 455 abkürzen, um die Maut zu sparen. Dieses Argument ist endgültig vom Tisch. Der LKW-Verkehr durch Wölfersheim wird durch den Bau des Logistikzentrums nicht spürbar zunehmen. Aber auch unabhängig von REWE begrüße ich die Einführung sehr und hoffe, dass sie dazu führt, den Schwerlastverkerkehr auf der B455 zu mindern. Jeden Tag fahren hier rund 12.000 Fahrzeuge durch unseren Ort.“

Kötter nutzte die Gelegenheit aber auch, um sich zu den Sorgen in der Nachbargemeinde Echzell zu äußern: „Die Bedenken und Vorwürfe, die in Echzell geäußert werden, lassen mich nicht kalt. Ich habe in meiner Amtszeit viele gute gemeinsame Projekte mit Echzell auf den Weg gebracht und eine hervorragende nachbarschaftliche Beziehung aufgebaut. Wenn ich dann lesen muss, dass ich Echzell ‚verraten und verkauft‘ hätte, ist das nichts, was ich einfach abprallen lasse.“ gibt Kötter einen Einblick in seine Gemütslage. „Es gibt ein einziges Argument, dass ich den Echzellern nicht entkräften kann: Man wird das Logistikzentrum von Echzell aus gut sehen. Man hat aber auch die Schornsteine der Preag und das Kraftwerk sehen können und hat sich gefreut, dass dort wohnortnahe Arbeitsplätze vorhanden sind. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Projekt nicht nur für Wölfersheim, sondern auch für Echzell und die umliegenden Kommunen eine große Chance ist. Ich habe nicht nur die Wölfersheim-Brille auf und alles drumherum ist mir egal. Ganz im Gegenteil.“ Leider würden durch die lautstarken Kritiker mit Fehlinformation und falschen Behauptungen Ängste geschürt. „Glaubt denn wirklich jemand, dass REWE ein Logistikzentrum direkt an die Autobahn baut, um dann mit seinen LKW durch Echzell und die folgenden kleinen Ortschaften zu fahren? Kein Fahrer würde das freiwillig machen, da die Fahrt durch die Ortschaften extrem anstrengend und schwierig ist. Kein Logistikleiter würde das anordnen, da Zeit in der Logistik gleichbedeutend mit Geld ist.“ Auch zu dem aus Echzell neu vorgetragenen Argument der nicht zu bebauenden Römer-Achse äußert sich Kötter: „Es gibt Stellungnahmen des Denkmalschutzes und der Archäologie. Das sind die wahren Fachleute. Die lachen sich doch schlapp über solche Aussagen. Würde man Herrn Dr. Degkwitz‘ abenteuerliche Römer-Geschichte ernst nehmen, dann hätte das Neubaugebiet, in dem er mit seiner Frau wohnt, niemals gebaut werden dürfen. Hier geht es ausschließlich darum, dass egoistische Individualinteressen, nämlich die freie Fernsicht aus dem Wohnzimmerfenster, wichtiger genommen werden, als das Interesse von über 550 Menschen und ihren Familien. Ich muss das jetzt leider mal so deutlich sagen.“ Kötter appelliert daher auch an die Echzeller: „Lassen Sie sich von den falschen Behauptungen nicht in die Irre führen. Sie können sicher sein, dass mir die Entwicklung Echzells nicht egal ist. Ich stehe im regelmäßigen Austausch mit Ihrem Bürgermeister Willi Mogk, der mir die Interessen und Sorgen seiner Gemeinde vermittelt. Wölfersheim und Echzell pflegen seit Jahren eine hervorragende, konstruktive, freundschaftliche Nachbarschaft und das soll auch in Zukunft so bleiben.“

Zur Umsetzung der Mautkontrolle werden für diese Überprüfung Kontrollsäulen zum Einsatz kommen, die die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) auf Bundesstraßen ergänzen. Kontrollbrücken werden auf Bundesstraßen nicht errichtet. Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Aber im Gegensatz zu den Brücken überspannen die Kontrollsäulen nicht alle Fahrstreifen, sondern fügen sich besser in das Bild der ländlicheren Bundesstraßen ein. Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild bleiben so auf ein Minimum beschränkt. Die Kontrollsäulen überprüfen, ob Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut korrekt bezahlt haben.

Die Kontrollsäulen sind stationäre Einrichtungen, die neben der Fahrbahn seitlich aufgestellt werden und während des Vorbeifahrens eines Fahrzeuges kontrollieren, ob es mautpflichtig ist. Für die Erfassung der Fahrzeuge an der Kontrollsäule hat das Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) wie bei den Kontrollbrücken strenge Vorgaben erlassen. An ein Kontrollzentrum weitergeleitet werden – wie bereits heute – ausschließlich Daten von Lkw ab 7,5 Tonnen zGG, bei denen der Verdacht besteht, dass nicht

oder falsch gezahlt wurde. Alle anderen Daten werden sofort gelöscht.  An der B 455 beginnen in Wölfersheim zwischen Geisenheimer Straße und Haagstraße, Fahrtrichtung Friedberg in den nächsten Wochen die Tiefbauarbeiten zur Vorbereitung des Aufbaus

einer Kontrollsäule für die Lkw-Maut. Für den Bau der Fundamente werden neue Bauverfahren genutzt. Auf diese Weise sollen die Errichtung beschleunigt und eventuelle Straßensperrungen auf ein Minimum reduziert werden.




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