Mehr als 1.200 Schüler besuchen Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Schuldezernent Weckler: Auch weiterhin Kreiszuschüsse

on 29.1.2018

Der Wetteraukreis unterstützt die Fahrten von Jugendgruppen und Schulklassen zu Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors. Im vergangenen Jahr haben 62 Schulklassen mit insgesamt 1.260 Schülerinnen und Schülern eine Gedenkstätte des nationalsozialistischen Terrors besucht.

Am kommenden Mittwoch jährt sich zum 85. Mal die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland. Mit Fackelzügen wurde die neue Zeit gefeiert, die sich sehr bald als eine Zeit der Verfolgung und Unterdrückung von Andersdenkenden und Andersgläubigen zeigte und mit dem Holocaust der planmäßigen und industriellen Ermordung von sechs Millionen Mensch jüdischen Glaubens, aber auch von Sinti und Roma, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und politisch Andersdenkenden endete.

Weckler: „Holocaust ist mit nackten Zahlen nicht zu begreifen“

Gerade deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Jugendliche die Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors besuchen, denn nur mit den nackten Zahlen und historischen Daten ist der Holocaust nicht zu begreifen. Gerade in einer Zeit, in der Juden in Deutschland wieder Angst haben, ist es umso wichtiger, aktiv und eindringlich an die Opfer des Holocaust zu erinnern“, unterstreicht Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler die Bedeutung der Gedenkstättenbesuche.

Aktuell wird über verpflichtende Besuche in Gedenkstätten diskutiert. Der Wetterauer Schuldezernent hält eine solche Verpflichtung für wenig erfolgversprechend. Gleichwohl könne der Besuch einer Gedenkstätte gerade für junge Menschen zu einem prägenden Erlebnis werden. „An den Stätten der Gräueltaten wird Geschichte präsenter als es an der Tafel oder am Computer möglich ist. Wer die Orte eines ehemaligen Konzentrationslagers besucht hat, wer an einer Rampe gestanden hat, an der Menschen zum Tode oder zur Fronarbeit verurteilt wurden, wer die Baracken gesehen hat, die Holzbetten mit Strohmatratzen, erfährt etwas über das konkrete Grauen, das Leiden der hier Eingesperrten. Solche Besuche gehören für mich zum Bildungskanon. Jede Schülerin und jeder Schüler sollte einmal eine solche Gedenkstätte besucht haben.“

Kreiszuschuss soll erhöht werden

Der Wetteraukreis unterstützt die Fahrten von Jugendgruppen und Schulklassen zu Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors mit einem Zuschuss in Höhe eines Drittels der Fahrtkosten. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieser Anteil auf 50 Prozent erhöht wird, um zumindest finanzielle Gründe, die gegen eine solche Fahrt sprechen, zu minimieren“, so Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Jan Weckler.

Vor allem Studienfahrten nach Buchenwald

Im vergangenen Jahr ist die Singbergschule Wölfersheim insgesamt an vier Terminen mit insgesamt 230 Schülerinnen und Schülern zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald gefahren.

Überhaupt war Buchenwald mit einer Ausnahme, der Fahrt des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Osthofen, das einzige Ziel der Gedenkstättenfahrten. Das liegt auch an der guten Erreichbarkeit der Gedenkstätte Buchenwald innerhalb eines Tages.

Auch das Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen war an mehreren Terminen mit mehr als 220 Schülerinnen und Schülern in Buchenwald. 170 Schüler entsandte die Schrenzerschule Butzbach, 120 Schüler die Limesschule Altenstadt und ebenso viele das Ernst-Ludwig-Gymnasium in Bad Nauheim.

Einen Besuch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald machten auch Schülerinnen und Schüler aus der Gesamtschule Konradsdorf, der Schule am Dohlberg in Büdingen, der Solgrabenschule in Bad Nauheim, der Karl-Weigand-Schule in Florstadt, der Mittelstufenschule Nidda, der Johann-Philipp-Reis-Schule Friedberg, des Augustinergymnasiums Friedberg, der Freien Waldorfschule in Bad Nauheim sowie alle Auszubildenden der Wetterauer Kreisverwaltung.

Der Besuch von Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors wird auch in diesem Jahr viele Schülerinnen und Schüler zu den dunkelsten Orten deutsche Geschichte führen. Für das laufende Jahr gibt es bereits Anträge aus sechs Schulen auf Bezuschussung einer Studienfahrt zu einer Gedenkstätte. Ebenfalls bezuschusst werden Studienfahrten zu Stätten der SED Diktatur.

„Der Besuch in einer Gedenkstätte, das sagen alle Pädagogen vor Ort, berührt die jungen Besucherinnen und Besucher weit mehr als der Unterricht im heimischen Klassenzimmer. Diese Betroffenheit ist die Voraussetzung für die Entwicklung eines Verantwortungsgefühls, das dazu beiträgt, dass solche Taten nicht mehr geschehen können“, so Schuldezernent Jan Weckler.

 




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