Sprudelhofkonzept – Wie geht es weiter?

on 30.1.2018

Landesamt für Denkmalpflege Hessen bei allen weiteren Planungsschritten „mit im Boot“

„Auf Grundlage des mit großer Mehrheit gefassten Beschlusses der Stadtver­ordne­ten­­versammlung am vergangenen Donnerstag zur Entwicklung des Sprudelhofs stehen jetzt die nächsten Arbeitsschritte an. Zur Vorbesprechung habe ich mich zu­sammen mit meinem Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Jürgen Patscha, am Dienstag mit Ver­tretern der Landesdenkmalbehörde im Rathaus getroffen“, erklärt Bürgermeister Klaus Kreß.

Gemeinsam wurde vereinbart, dass noch im Februar die Ausschreibung für die Suche nach dem Architekten und Betreiber der Therme inklusive Sauna und eines Kur­mittelhauses im Badehaus 2 veröffentlicht wird. „Die Ergebnisse dieser Aus­schrei­bung werden in enger Abstimmung zwischen dem Landesamt für Denkmal­pflege Hessen und der Stadt Bad Nauheim geprüft und bewertet. Parallel dazu sucht die Stadt einen Investor/Betreiber für den angestrebten Hotelneubau. Auch hier ist die Landesdenkmalpflege »mit im Boot«“, betont Fachbereichsleiter Jürgen Patscha.

Auch bei der Vorbereitung eines Investoren-/Architektenwettbewerbs für 2019, auf Basis der bisherigen städtebaulichen Studie von Professor Johannes Hölzinger, wird eng mit der Landesdenkmalpflege zusammen gearbeitet. Insbesondere die Aus­schrei­bungsunterlagen wie auch die Zusammensetzung des Preisgerichts werden dabei von zentraler Bedeutung sein.

Da einzelne Kritiker aus der Bevölkerung mehrere Anfragen an die Landes­denk­malpflege formuliert haben, stellen Stadt und Landesdenkmalpflege hier­zu gemeinsam und übereinstimmend folgendes fest. „Die Anregung der Landesdenk­malpflege war, rund um den Sprudelhof zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept zu kommen, was alle Aspekte vereint.

Der Vorschlag der Stadt war der Hölzinger-Entwurf, der kein Endprodukt darstellt. Wir haben diese Studie als Grundlage für einen Wettbewerb aufgefasst, der sich der Gesamtkonzeption der städtebaulichen Aufgaben annehmen soll. Planungen gehen von der Stadt aus und werden von den Denkmalbehörden entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag konstruktiv begleitet“, erläutert Landesdenkmalpflegerin Kristin Schubert.

Der Präsident des Landesamtes, Dr. Markus Harzenetter, be­kräftigt: „Das Landesamt für Denkmalpflege ist als zuständige Fachbehörde in einem intensiven und kon­struktiven Dialog mit der Stadt. Zu den vorliegenden Planungen, die wir als städte­bauliche Studie bewerten, wurde eine Einschätzung abgegeben, wo­­nach wir in dem Planungsansatz eine Möglichkeit sehen, das städtebaulich unbe­friedigende Umfeld des Sprudelhofs mit einem ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln. Heute ist der Nahbereich des Sprudelhofs dominiert durch die Therme und die dazu­gehörigen Parkplätze einerseits, andererseits durch ein Parkdeck, dessen Verdop­pelung aus bauordnungsrechtlichen Gründen im Fall des Fehlens von Alternativen droht. Richtig ist sicher, dass die Umsetzung der städtebaulichen Studie die Sichtbe­ziehungen auf den Sprudelhof verändern wird. Dies ist in Abwägung zu bringen mit der Frage der dauerhaften und nachhaltigen Entwicklung des Sprudelhofes sowie der städte­baulichen Neuordnung seines Umfelds. Es geht darum, für die vielfältigen Aspekte und Auswirkungen der unterschiedlichen Bauvorhaben eine städtebauliche Antwort zu entwickeln.“

Stadt und Landesdenkmalpflege wünschen sich für die Zukunft eine konstruktive und sachliche Diskussion über die Zukunft des bedeutenden Jugendstildenkmals im Her­zen von Bad Nauheim und streben gemeinsam eine qualitativ hochwertige Lösung für die Gesamtanlage an.




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